Herausforderungen, Diskriminierung und Widerstand von iranischen LGBTQ+-Künstler*innen

18. November 2022
Paneldiskussion
Kesselhaus, Muthesius Kunsthochschule, Legienstr. 35, 24103 Kiel
/
19.00 Uhr
Eintritt: gegen Spende

Alireza Shojaian ist ein iranischer Künstler, geboren 1988 in Teheran. Er begann seine Karriere in Teheran und Beirut und lebt seit 2019 in Paris. Seine Arbeit zielt darauf ab, gesellschaftliche Vorurteile gegenüber LGBTQIA+-Personen zu bekämpfen und gleichzeitig Raum für nicht-heteronormative männliche Identitäten zu schaffen. Er reflektiert dabei die queere Geschichte Westasiens, den gegenwärtigen Kontext und seine eigenen Erfahrungen. Shojaians konnte seine Arbeit durch seine Queerness im Iran nicht fortsetzen, wo fleischliche Darstellungen zensiert und die sexuelle Identität hinterfragt und politisiert wird. 2019 wurde Shojaian eine Kunstresidenz an der Académie des beaux-arts angeboten.

PaykanArtCar ist eine gemeinnützige Organisation rund um ein Auto. Dieses Auto, das ein Geschenk des ehemaligen Schahs des Iran an Nicolae Ceausescu war, wurde von den Gründern des Projekts auf einer Auktion erworben, um dieses historisch aufgeladene Auto in eine Leinwand für marginalisierte iranische Künstler*innen zu verwandeln, um aktuelle Menschenrechtsfragen im Iran zu beleuchten. Alireza Shojaian ist der erste Künstler, der mit PaykanArtCar zusammenarbeitet. Das Projekt ist einer von drei Gewinnern des Vaclav Havel Creative Dissidence Award 2022.

Mina Khani ist iranische bisexuelle Publizistin und Queer-Feministin. Sie lebt seit 19 Jahren in Deutschland und schreibt auf verschiedenen Sprachen über die politische Lage im Iran. Als Feministin hat sie im farsisprachigen Raum wie auch in Berlin einen Namen. Sie lebt momentan als freie Autorin. Auf Deutsch hat sie ihre Publikationen mit Plattformen wie KGK und lower class Magazine angefangen. Zu schnell wurden diese Plattformen ihr zu ideologisch und gaben ihr nicht die komplette Freiheit ihr eigenes Denken und Analysen zu äußern. Daraufhin schrieb sie für ak, Missy Magazine oder der Freitag. Momentan schreibt sie regelmäßig für das L-MAG (Das Magazin für Lesben). Drei Jahre arbeitete sie als Kommunikationsleiterin und Social Media Managerin für 6rang (das Netzwerk für iranische Lesben und Transgenders). Eines ihrer wiederkehrenden Themen ist das Phänomen “Töchter der Revolutionsstraße”.

Arya Yekta, nicht-binäre Transperson, bekannte Transaktivist und Zeichentrickartist. Durch Produktion von Kunst und Inhalt schafft they es viele andere iranische Transpersonen und queere Menschen in dem Kampf gegen Transfeindlichkeit und Queerfeindlichkeit zu motivieren. They hat bereits an mehreren Projekten und Interviews teilgenommen und ist mit dem Gebiet der Queertheory und Transtheorien vertraut.
Arya arbeitet mit 6RANG (Das Netzwerk der iranischen Lesbians and Transgenders) zusammen und ist auch durch their Arbeit auf Instagram auf Farsi sehr bekannt, their Videos und Lives über das Alltagsleben der Transpersonen im Iran im Zusammenhang zur Politik haben teilweise mehrere 100.000 Views. Arye schreibt Texte und their Auftritte sowohl auf Instagram als auch auf Prides und in Interviews sind sehr performativ und inspirierend.

Veranstaltende
Kulturwochen

Inhaltliche Ausgestaltung
Sarang Aria