“Nasrin“ – Ein Dokumentarfilm über die iranische Menschenrechtsanwältin und Frauenrechtlerin Nasrin Sotoudeh

08. November 2022
Film & Diskussion
Hansa48, Hansastr. 48, 24118 Kiel
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20.00 Uhr
Eintritt: gegen Spende

„Ihr Beharren auf Rechtsstaatlichkeit und ihr unermüdlicher Kampf gegen Unterdrückung haben sie zum Symbol für den Kampf um Gerechtigkeit im Iran gemacht“, so begründet 2020 das Auswahlkomitee des Alternativen Nobelpreises die Auszeichnung für Nasrin Sotoudeh. Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Nasrin“ porträtiert die iranische Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin und zeichnet gleichzeitig ein eindringliches Bild der Frauenrechtsbewegung im Iran. Der Film von Jeff Kaufmann aus dem Jahr 2020 gibt Einblicke in das Leben einer Frau, die für ihre Sache alles riskiert.

Seit vielen Jahren kämpft sie für die Rechte von Frauen und Andersdenkenden in ihrem Land und nimmt dafür Behinderungen ihrer Arbeit, Schikanen, Verhaftungen und die Gefährdung ihrer Gesundheit in Kauf. In zwei ungerechten Gerichtsverfahren wurde sie zu insgesamt 38 Jahren Haft – von denen sie mindestens 12 Jahre verbüßen muss – und 148 Peitschenhieben verurteilt. Seit 2018 befindet sie sich – mit kurzen Unterbrechungen – in Haft. Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen ist sie mehrfach in den Hungerstreik getreten, was zu einer dramatischen Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes führte. Auch wenn ihr zeitweise aus gesundheitlichen Gründen Hafturlaub gewährt wird, ändert das wenig an der Bedrohung, unter der sie und ihre Familie leben.

Amnesty International betrachtet Nasrin Sotoudeh als gewaltlose politische Gefangene und setzt sich für ihre umgehende und bedingungslose Freilassung ein. Der Film und das Gespräch darüber verstehen sich als Beitrag gegen das Vergessen der Opfer des Regimes. Dieter Karg, Experte für den Iran bei Amnesty, führt in die Menschenrechtssituation im Iran ein und steht anschließend für Fragen und ein Gespräch zur Verfügung.

Veranstaltende
Kulturwochen, Amnesty International Kiel