Über uns

Das Projekt „Kulturwochen der andere Blick“ setzt den Fokus im November 2020 auf Afghanistan. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm in der Landeshauptstadt Kiel gibt Einblicke in das Land, bietet den Raum zum Austausch und lädt ein, den eigenen Blick zu erweitern. Im November 2021 finden die Kulturwochen mit dem Länderschwerpunkt Syrien statt.

Das Projekt wird von der Zentralen Bildungs- und Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holstein in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein koordiniert. Ein breites Netzwerk aus Partner*innen gestaltet mit uns das vielfältige Veranstaltungsprogramm.

Wie kam es zu dem Projekt?

Im Jahr 2015 kamen viele Geflüchtete in der Stadt Kiel an. Auch wenn die mediale Aufmerksamkeit abgenommen hat, kommen weitere Menschen in die Landeshauptstadt. Eine Vielzahl der Menschen hat in Kiel ein neues zu Hause gefunden. Integration ist dabei Schlüssel, um diesen Menschen ein Ankommen in Kiel zu erleichtern. Auf der anderen Seite gibt es eine Vielzahl von Bürger*innen, die kaum Berührungspunkte mit Menschen aus anderen Herkunftsländern haben. Besonders in einer Zeit, in der Meinungen sich polarisieren und unsere Demokratie einen Rechtsruck erfährt, sind persönliche Begegnungen und gegenseitiges Verständnis wichtig. Deshalb will das Projekt „Kulturwochen – Der andere Blick“ eine Plattform bieten, um Perspektiven zu wechseln und Begegnungen zu ermöglichen.

Warum Afghanistan?

Als Afghanistan das erste Mal auf meine persönliche Landkarte aufgetaucht ist, war das Land bereits im Krieg. Ich kannte aber Geschichten von deutschen Freund_innen, die in den 70er Jahren durch Afghanistan gereist sind, sie schwärmten von der Großherzigkeit der Menschen, den zauberhaften Städten und vom bunten unbeschwerten Leben. Das war bevor der Krieg begann, der nun über 40 Jahre andauert.

Seit Jahren höre ich Geschichten von Afghan_innen, die ich durch meine Arbeit bei der ZBBS kennenlerne, die sehr gemischt sind, die mit einem Leuchten aber gleichzeitig mit Tränen in den Augen erzählt werden, von einem Afghanistan, das einerseits zutiefst zerrüttet ist aber auch wunderschön ist mit einer einzigartigen Kultur. Einige von den Geflüchteten kennen Afghanistan nur aus Erzählungen von Eltern oder Großeltern, denn sie sind nie dort gewesen. Viele Afghaninnen und Afghanen sind seit Generationen auf der Flucht. Viele leben in Pakistan, in dem Iran, in der Türkei, in Griechenland oder auch auf der Balkanroute in offiziellen oder inoffiziellen Lagern, sie sind dort gestrandet. Kinder sind in Camps geboren und kennen nur das Leben auf der Flucht, ohne Sicherheit, immer als Persona non Grata. Man braucht nur die entsetzlichen Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit in Moria anzuschauen. Sie können nicht ankommen, sie können nicht weiter und auch nicht zurück.

Auch wenn sie es schaffen auf gefährlichen Routen nach Ländern wie Frankreich, Deutschland oder Schweden zu kommen, ist die Flucht noch nicht zu Ende. Für die meisten Afghan*innen ist der Weg zur Anerkennung lang und steinig, immer mit dem Damokles Schwert der Abschiebung im Nacken. Generationen sind traumatisiert, entwurzelt und heimatlos. Dabei geht es ihnen darum endlich anzukommen, um in Sicherheit leben zu können und eine Perspektive für ihre Zukunft zu haben.

Im Projekt „Kulturwochen – der andere Blick“ kommen Afghaninnen und Afghanen zu Wort und erzählen aus ihrer Perspektive von ihrer verlorenen Heimat, von der Kultur, von dem Ankommen in Deutschland, von ihren Träumen und ihrer Zukunft. (Idun Hübner, ZBBS)

Kontakt zu uns

Sie haben Fragen oder möchten bei den "Kulturwochen Syrien – Der andere Blick" 2021 mitwirken? Dann melden Sie sich gerne per E-Mail bei uns an Teresa Inclán (Heinrich-Böll-Stiftung SH) oder Parinaz Mehranfar (ZBBS).

Dankeschön

Wir freuen uns, dass die Kulturwochen 2020 von zahlreichen Partner_innen sowie Förder_innen unterstützt werden. Wir bedanken uns sehr für die Zusammenarbeit und die Förderung.

Organisator*innen

Partner*innen

Förderung